Vorbemerkungen zu den Untersuchungen und Aufsätzen zum Machschen Prinzip
Diese Untersuchungen und Aufsätze widme ich einem der bedeutendsten Gravitationsforscher der DDR und großem Vorbild, Herrn Prof. Hans-Jürgen Treder. Seine physikalischen Schriften und spannenden Diskussionen, an denen ich zugegen sein durfte, geben noch heute viele Anregungen zum Nachdenken über Raum, Zeit und Gravitation sowie über die rätselhaften Zusammenhänge zur Quantenmechanik.
Die von ihm entwickelte Trägheitsfreie Mechanik ist die analytische Fassung des Machschen Prinzips. Aus ihr lassen sich experimentell prüfbare Schlussfolgerungen ableiten und damit entscheiden, ob dieses über die Allgemeine Relativitätstheorie hinausgehende Prinzip in der Natur verwirklicht ist. Aber selbst, wenn die Natur anders ist, so hat die Trägheitsfreie Mechanik einen bleibenden theoretischen Wert für ein vertieftes Verständnis grundlegender mathematisch-physikalischer Beziehungen.
Es würde mich sehr freuen, wenn es mir gelingt, das Werk dieses Denkers nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

Referenz:
„Sehr geehrter Herr Dr. Retzlaff,
…
Zunächst einmal möchte ich Ihnen für Ihr Interesse danken und zugleich meine Hochachtung bezeugen, dass Sie sich in diese Materie eingearbeitet und mit dem Thema ganz offensichtlich sehr tiefgehend beschäftigt haben.“ …
Dr. Jan Peter Muecket Mail vom 02.12.2010
Astrophysikalisches Institut Potsdam (AIP)
An der Sternwarte 16, D-14482 Potsdam
Vorstand: Prof. Dr. Matthias Steinmetz, Peter A. Stolz
Nachruf auf Herrn Professor Treder von seinen Kollegen Professor Dr. Horst-Heino Borzezskowski (Technische Universität Berlin) und Professor Renate Wahsner (Max-Plank-Institut für Wissenschaftsgeschichte Berlin)
Link zum Nachruf, veröffentlicht im Physik Journal 6 (2007) Nr. 2
Über die Trägheitsfreie Mechanik – der analytischen Fassung des Machschen Prinzips
Klaus Retzlaff
Zusammenfassung:
In diesem Aufsatz wird die analytische Fassung des Machschen Prinzips referiert und ihre Beziehungen zur Newtonschen Gravitationstheorie und Mechanik sowie zur Allgemeinen Relativitätstheorie Einsteins erörtert. Es wird auf den problematischen Umstand Bezug genommen, dass die Einsteinsche Gravitationstheorie im Unterschied zur Trägheitsfreien Mechanik hinsichtlich der allgemeinen Isotropie der Trägheit in Widerspruch zu aktuellen und hoch genauen experimentellen Befunden steht – dieser Umstand war zur Zeit der Entstehung der Trägheitsfreien Mechanik noch unbekannt. Da diese Feststellung eine Problematik für alle metrischen Theorien der Gravitation bedeutet, gewinnt der Blick auf Alternativen zur Allgemeinen Relativitätstheorie eine ganz neue Bedeutung.
Link zum Artikel: Trägheitsfreie Mechanik

Die Selbstabschirmung der Schwerkraft in der Trägheitsfreien MechanikZusammenfassung: Eine der bemerkenswertesten Eigenschaften der Trägheitsfreien Mechanik ist der Effekt einer Selbstabschirmung der Schwerkraft in Teilchensystemen. Diesen Effekt gibt es weder in der Newtonschen Physik noch in der Einsteinschen Allgemeinen Relativitätstheorie. In der Folge treten in der Newton-Einsteinschen Physik die berühmten Singularitätsprobleme auf, die es in der Trägheitsfreien Mechanik, d.h. bei Gültigkeit des Machschen Prinzips, nicht gibt. Weil in der Trägheitsfreien Mechanik die Trägheit vollständig durch das Gravitationsfeld, d.h. durch das Gravitationspotential, induziert wird, bewirkt eine Zunahme der Massendichte eine Zunahme der Trägheit der Partikel. Die erhöhte Trägheit wirkt der zunehmenden Gravitationsanziehung entgegen und verhindert den Gravitationskollaps. So können in einer Massenansammlung weit höhere Massenkonzentrationen vorliegen als die einzelnen Partikel innerhalb der Verteilung „spüren“. Die volle Newtonsche Gravitation wird dann erst außerhalb einer Massenansammlung wirksam. Mathematisch kann dieser Effekt in einer effektiven Gravitationskonstante ausgedrückt werden.
Dieser Aufsatz referiert den spezifischen Teil aus „Große Kosmische Systeme“ von Hans-Jürgen Treder und Jan-Peter Mücket.



